Ein besonderer Abend: In der Küche mit Til Schweiger

Til Schweiger Barefood Deli Foto: Nikolaj Georgiew / www.myotherstories.de

Da steht er. Der Chef. Vor dem riesigen, hölzernen Tresen. In seinem schicken Restaurant. „Hi“, begrüßt uns Til Schweiger. „Holt Euch was zu trinken, bin gleich da!“ Drei Mitarbeiter haben noch ein paar Fragen. Schließlich soll im „Barefood Deli“ alles reibungslos laufen. Ein wirklich einladendes Haus in der Hamburger Innenstadt.

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Foto: Nikolaj Georgiew

Schon die Fassade: Heller Sandstein, warmes Holz, zwei Laternen aus schwarzem Metall und dicke Pflanzkübel. Durch eine mächtige Schwingtür geht’s rein.

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Foto: Nikolaj Georgiew

In eine wirklich wohlige Atmosphäre: Warmes Licht, Holz unter den Füßen, massive Tische, große Schiefertafeln und rustikales Geschirr. Alles passt perfekt zusammen.

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Foto: Nikolaj Georgiew

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Foto: Nikolaj Georgiew

Wir suchen uns einen Platz in der oberen Etage. Fotograf Nikolaj Georgiew, seine Assistentin Anika und ich.

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Foto: Nikolaj Georgiew

Die Idee: Kochen mit Til Schweiger. „Können wir gerne machen“, hat er geschrieben. Und da ist er auch wieder. Setzt sich zu uns. „Womit fangen wir an?“ Erstmal ein paar Fotos. Nikolaj hat schon aufgebaut und schießt los.

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Foto: Nikolaj Georgiew

„Schön hast Du’s hier“, starte ich das Interview. „Das ist genau dein Stil, oder?“ Den kennt man aus Tils Online-Store. Die Atmosphäre aus seinen Filmen.

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„Die meisten Leute sagen, das ist, als würde man zur mir nach Hause kommen“, freut sich Til. „Das liegt natürlich ein Stück weit am Gastgeber, aber auch an der Einrichtung.

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Ich find’s toll, wenn die Leute sich wohlfühlen. Unsere größte Angst war, dass es hier drin zu laut wird. Und dass das die Atmosphäre kaputt macht. Es gibt ja Restaurants, da musst Du Dich anschreien. Aber hier kannst Du ganz normal miteinander sprechen.“

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„Du bist Schauspieler, Regisseur, Produzent mit eigener Firma, hast einen Online-Shop, engagierst Dich im sozialen Bereich – und bist jetzt auch noch Gastronom. Warum?“

Til lacht. „Ich hatte das eigentlich nie geplant… Der Online-Shop war ursprünglich auch nicht meine Idee – aber dann wollte ich diesen Stil auch erlebbar machen. Zuerst dachte ich daran, ein Hotel zu entwerfen – oder mindestens auszustatten. Es gab sogar zwei, mit denen wir in Verhandlung waren – das hat dann aber nicht geklappt. Dann haben wir gesagt – okay, verschieben wir das und machen erstmal einen kleinen Coffee Store. Und aus dem kleinen Coffee Store wurde jetzt ein Deli und ein Restaurant mit Einrichtungs-Laden.“

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Und Til der Chef. Mit Leib und Seele. „Schaust Du dann nochmal, ob alle Kerzen brennen?“, fragt er einen Mitarbeiter, der an unserem Tisch vorbei kommt. „Und ob die Märchen laufen?“ Auf den Toiletten kann man sie hören.

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Man spürt es sofort: „Du bist gerne Gastgeber, oder?“

„Ja – immer schon gewesen! Ich bin auch generell nicht gerne alleine. Ich mag das nicht. Mal ein paar Stunden – ja – aber nicht, den ganzen Tag. Bei mir Zuhause auf Mallorca, da kann jeder rein. Alle meine Freunde! Mir ist das immer lieber, wenn Leute da sind, und glücklich sind, als wenn das Haus leer steht. Ich hab auch immer schon gerne für Freunde gekocht und wir hatten immer schon viel Besuch. Damals in Malibu, in Köln, in Berlin, in Hamburg und jetzt halt auch hier.“

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Die Portraits sind im Kasten. Wir ziehen um in die Küche. Til will seine Lieblings-Pasta zubereiten.
„Ich kann tausend verschiedene Pasta-Saucen. Das ist ja meine Spezialität! Ich bin jetzt nicht so ein Gourmetkoch. Aber Pasta und Salate kann ich. Viele Rezepte auf unserer Karte sind auch von mir. Spaghetti Bolo zum Beispiel. Da haben wir mehrere Durchgänge gemacht mit den Köchen. Weil ich immer gesagt habe: Nee, da ist zu wenig Thymian drin oder zu viel Rosmarin. Oder noch ein Lorbeerblatt dazu. Dann war die Sauce erst zu flüssig und musste noch mehr eingekocht werden. Aber jetzt passt’s!“

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„Und wie ist der Rest der Speisekarte entstanden?“

„Genau, wie ich an der Inneneinrichtung jede Schraube mit ausgesucht habe, habe ich auch an der Speisekarte mitgearbeitet. Das ist ’ne Mischung aus eigenen Rezepten, Rezepten von meiner Mama oder meinem Papa und Rezepten von Haushälterinnen, die für uns gekocht haben. Dann auch Rezepte von Freunden. Und auch aus Restaurants, in denen es mir besonders gut geschmeckt hat. Wo ich einfach gefragt habe: Kriege ich euer Rezept, dann nenne ich euch. So zum Beispiel unser Tuna mit Zucchini-Spaghetti in Mandelmehl – das ist von Emilio, meinem Lieblingsrestaurant auf Mallorca. Den Tomatensalat mit Kapern, roten Zwiebeln und Basilikum habe ich aus dem Bocca di Bacco in Berlin. Einfach göttlich!“

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„Was bedeutet Dir gutes Essen?“

„Gutes Essen ist was Sinnliches, was Schönes. Und am meisten Spaß macht es zusammen mit Freunden. Wenn ich alleine bin, dann koche ich nicht für mich. Ganz selten mal. Da bin ich zu faul. Aber mit Freunden zu kochen, in der Küche abzuhängen, ein Weinchen zu trinken und sich dann irgendwann hinzusetzen und zu schnacken, das ist für mich was ganz Besonderes!“

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Im „Barefood“ ist es inzwischen richtig voll geworden. Die Küche brummt. Und jetzt kommen auch noch wir. Der Chef nimmt sich gleich den größten Topf. Für seine Pasta-Sauce.

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Foto: Nikolaj Georgiew

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„So! Reichlich Knoblauch und Zwiebeln klein hacken. Je nach Geschmack. Und in heißem Öl glasig anbraten. Ein bisschen Chili dazu – so dass es nicht zu scharf wird. Ruhig etwas üben!

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Möhrchen und Sellerie klein würfeln.

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Ich tue immer auch noch etwas Auberginen dazu. Von einer dicken Aubergine das obere Viertel. Auch die schneide ich in kleine Würfelchen. Die werden in der Sauce dann zu einer cremigen Paste. Gemüse zum Zwiebel-Knoblauch-Gemisch in den Topf geben. Dann lösche ich alles mit Rotwein ab.“

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Während Til am Herd steht, versuchen Nikolaj und ich, dem Rest der Mannschaft auszuweichen. Hinter uns werden Gemüse-Spaghetti gedreht, neben uns Burger vorbereitet.

„Für die Bolo nehme ich hundertprozentiges Bio Rinder-Hackfleisch. In den Topf und mitgaren, bis es schön durch ist. Und dann kippe ich die Tomaten rein. Entweder richtig frische, die auch nach Tomate schmecken, oder die besten aus der Dose.

Til Schweiger Barefood Deli Foto: Nikolaj Georgiew / www.myotherstories.de

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Ich nehme übrigens kein Tomatenmark. Aber zum Einkochen haue ich noch Lorbeerblätter rein und Rosmarin. Die friesel ich gar nicht ab, sondern koche 3-4 Zweige komplett mit. Später fische ich sie dann mit der Gabel wieder raus. Kurz vor Schluss gebe ich noch frischen Oregano, Thymian und Salbeiblättchen dazu. Und ganz am Ende noch Basilikum rein. Fertig!“

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Die Küchen-Crew ist sichtlich erleichtert, als wir abziehen. Zurück an unseren Tisch. Pasta probieren. Dazu gibt’s kühles Tils, den Rotwein Emma (benannt nach seiner Tochter) und eine große Flasche Bare-Water. Nikolaj trinkt einen Kaffee Luna (so heißt die andere Tochter). Die Nudeln schmecken echt lecker: Ein bisschen süß, ein bisschen scharf und richtig fruchtig. Leicht und mediterran. Toll, Til!

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Foto: Nikolaj Georgiew

„Schmeckt wirklich klasse! Aber mit so einem großen Restaurant gehst Du ja schon auch ein unternehmerisches Risiko ein…“

„Mich haben viele Leute gewarnt. Auch Gastronomen. Sie sagten: Til, Du holst Dir ’ne Menge Ärger ins Haus. Aber andere meinten: Klar gibt es auch Ärger, aber es macht auch unheimlich viel Freude. Wenn die Leute zu Dir sagen: Es war ein schöner Abend. Oder: Ich hab mich hier wohl gefühlt. Oder sie sagen sogar: Es hat gut geschmeckt. Ich komme wieder!“

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Foto: Nikolaj Georgiew

„Dieses persönliche, direkte Feedback ist auch toll, oder?“

„Klar! Das habe ich als Filmemacher ganz selten! Ich seh den Film ja immer nur am Schneidetisch, bis er fertig ist. Dann kommt ’ne Premiere – aber die zählt nicht so wirklich, weil die meisten Leute aus der Branche sind. Und um zu sehen, wie das Publikum wirklich auf den Film reagiert, muss ich mich heimlich ins Kino schleichen. Hier muss ich das nicht – und seh sofort, was los ist.“

„Wachst Du manchmal morgens auf und denkst, was hab ich für ein tolles Leben? Was für ein Glück?“

Til lacht. „Naja, heute morgen bin ich aufgewacht und hab gedacht: Okay – die letzten beiden Tage war das Restaurant voll. Aber was ist, wenn heute keiner kommt? Das ist dann wieder wie beim Film. Die Premiere ist immer noch entspannt. Man weiß: Da kommen Freunde und man hat’n guten Job gemacht. Aber wird der Film auch angenommen, wenn er Donnerstag ins Kino kommt? Dann geht’s echt los. Dann liegen die Nerven blank, bis die Zahlen kommen. Und die sind dann entweder toll, dann ist es mega. Oder Du weißt schon am ersten Tag, der Film wird ein Flop.“

Til Schweiger Barefood Deli Foto: Nikolaj Georgiew / www.myotherstories.de

Foto: Nikolaj Georgiew

Kann ich mir bei seinem Restaurant nicht vorstellen. Nicht bei dem Chef. Der ist auch hier mit Leidenschaft bei der Sache. Während des Interviews steht er plötzlich auf: „Ich sehe schon die ganze Zeit, dass die Tische hier nicht in der Achse stehen. Das muss ich gleich mal ändern…“ Til Schweiger bringt auch das auf die Reihe.

Und dann steht er schon wieder vor dem riesigen, hölzernen Tresen. Begrüßt die nächsten Gäste. Wir verabschieden uns, danken Til für diesen wirklich netten Abend. Und man merkt: Er ist stolz auf sein „Barefood Deli“. Und unheimlich gerne hier.

Til Schweiger Barefood Deli Foto: Nikolaj Georgiew / www.myotherstories.de

Foto: Nikolaj Georgiew

Fotografie: Nikolaj Georgiew

Idee, Konzept & Text: Bettina Bergwelt

1 Comment

  • Angelika Griesbach sagt:

    Ich bin begeistert von Tinas Obstsalat und werde wieder kommen.Gemütlichkeit wird groß geschrieben und ich fühlte mich sehr wohl und nett bedient worden bin ich auch.??????

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